Uns als BündnisSolidarischeStadt ist ein Fall in Jena bekannt, der zeigt, dass inzwischen in der haushaltsfreien Zeit die Bonuscard für Menschen, die ökonomisch benachteiligt sind, ausgesetzt ist. Eine Frau wurde in der Straßenbahn kontrolliert, als sie ihre Tochter zur Schule brachte. Da das Sozialticket wegen der momentanen haushaltsfreien Phase ungültig ist und sie für ein normales Ticket am Monatsende nicht genügend Geld besaß, wurde ihr mitgeteilt, dass sie nun wegen ticketlosem Fahren 60 Euro Strafe zahlen muss. Sie möchte anonym bleiben, aber ihre Erfahrung mit dem Bündnis und der Öffentlichkeit teilen, denn zu einem lebenswerten Leben in der Stadt gehört auch bezahlbarer und nutzbarer ÖPNV für alle!

Wir sind sehr empört über diesen Fall! Es scheint so, dass die Streichung des JenaBonus nun zumindest für die haushaltslose Phase real geworden ist. Dies bedeutet für viele Menschen mit Armutserfahrung einen enormen Einschnitt ihrer Mobilität bishin zur Kriminalisierung. Da wir nicht von einem Einzelfall ausgehen, rufen wir alle Betroffenen auf, sich bei uns zu melden! Mit dem JenaBonus AKTIONSTAG am 25.01.2021 hat das Bündnis bereits gegen die Kürzungen der BonusCard protestiert. Jetzt ist praktische Solidarität und weitere Vernetzung gefragt: Wir wollen die Fälle dokumentieren, bestenfalls Spenden organisieren, die helfen können, die Strafe zu begleichen, sowie weiter politisch Druck aufbauen. Wir freuen uns auch über neue Mitstreitende im Bündnis! Auch gut wäre es für die Betroffenen, gekaufte Tickets ab dem 01.01.2021 aufzubewahren, um die Ticketpreise eventuell im Nachhinein, sollte der JenaBonus doch nicht gestrichen werden, zurückerstattet zu bekommen.

Melden könnt ihr euch an folgende Mailadresse: solidaritaet-bonuscard-jena@mailbox.org